Graffiti-Projekt an der Schlossbrücke

Am Montag, 22. Juni, und am Dienstag, 23. Juni 2026, haben Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Melsungen unter Anleitung des Kasseler Graffiti-Künstlers Marcel de Meideros im Rahmen eines KOMPASS-Projekts ein Graffitibild rund um eine Betonstütze der Schlossbrücke gestaltet.
Die Aktion wurde von den Achtklässlern im Kunstunterricht gemeinsam mit den Lehrerinnen Jessica Kickstein und Cordula Patzig vorbereitet. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Entwürfe bereits im April dem Künstler De Meideros und dem KOMPASS-Arbeitsgremium präsentiert. Die Ergebnisse wurden nun in Form eines Wimmelbilds umgesetzt, in dem sich Ideen und Elemente aus den Entwürfen sowie die vier Farben der Melsungen-Logos wiederfinden.

An den zwei Tagen fand praktischer Kunstunterricht unter der Brücke statt. De Medeiros führte die Schülerinnen und Schüler in einem kleinen Workshop an die Graffititechnik heran. Sehr schnell lernten die Schülerinnen und Schüler den Umgang mit den Farbdosen und konnten nach kurzer Zeit selbstständig mit sicherer Hand sprayen. Nach zwei Tagen Arbeit und viel Spaß ist ein schönes Werk entstanden, das Ausschnitte zeigt, was für die die jungen Graffiti-Künstler ihre Heimatstadt ausmacht: die Bartenwetzerbrücke, die Fulda, Freizeit in der Stadt und am Sand.

Mit dieser kreativen Gestaltungsaktion setzt die Stadt Melsungen ein weiteres sichtbares Zeichen im Rahmen des KOMPASS-Prozesses (KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel). Sie ist eine Maßnahme, die von den KOMPASS-Ansprechpartnern Elke und Wolfgang Schrammel und Tobias Schopf, Mitglied im KOMPASS-Arbeitsgremium, organisiert und in enger Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Melsungen umgesetzt wurde.

Hintergrund der Aktion ist die Sicherheitsbefragung von 2024, die im Rahmen des KOMPASS-Programms des Hessischen Innenministeriums durchgeführt wurde. Dabei wurde unter anderem der Bereich am Fuldaufer nahe des Wohnmobilstellplatzes und der Skateranlage unterhalb der Schlossbrücke von Teilen der Bevölkerung als sogenannter „Angstraum“ wahrgenommen.
Als geeignetes Maßnahmenpaket werden Jugendarbeit in Form von Beteiligung und Präsenz, Integration und mehr soziale Kontrolle gesehen. Hier geht es unter anderem darum, Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen, um dadurch Vorurteile zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen, ob jung oder alt, mit oder ohne Migrationshintergrund, abzubauen. Die Graffiti-Aktion ist ein erster Schritt zur Umsetzung. Damit soll dieser Bereich gezielt aufgewertet werden. Weitere Maßnahmen sind geplant.

Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität zu verbessern, den Ort freundlicher und einladender wirken zu lassen sowie das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zu stärken. Gleichzeitig soll die professionelle Gestaltung dazu beitragen, illegale Graffiti-Schmierereien an dieser Stelle künftig zu reduzieren.
Das Projekt ist Teil der Maßnahmen, die aus den Ergebnissen der KOMPASS-Sicherheitsbefragung entwickelt wurden. Ziel des Programms ist es, gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Schulen, Vereinen und weiteren Akteuren konkrete Verbesserungen für mehr Sicherheit und Lebensqualität in Melsungen umzusetzen.
